Der Name „Rosskastanie“ soll diese Art von der echten Kastanie unterscheiden. Im Herbst geniessen wir die Scheinfrüchte (Maroni) der echten Kastanie. Rosskastanien sind aber für den Menschen ungeniessbar und wurden den Pferden früher als Zusatz ins Futter gemischt. Der lateinische Name verrät seine Herkunft nicht. Den Gattungsnamen „Aesculus“ erhielt die Art von römischen Schriftstellern. Die Ableitung ist unsicher. Der Baum kann bis zu 30 Meter hoch und 200 Jahre alt werden. Je älter der Baum, desto mehr Wirkstoffe enthalten Rinde und Samen. Die Kombination dieser Wirkstoffe wird seit dem Mittelalter bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt. So bedienten sich bekannte Ärzte wie Hahnemann und Hufeland der Rosskastanie bei Venen- und Hämorrhoidalbeschwerden, Gicht und Rheuma. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen heute diese Eigenschaften, welche schon vor mehreren Hundert Jahren erkannt wurden. In vielen Venenpräparaten finden wir deshalb Auszüge der Rosskastaniensamen mit dem Wirkstoff Aescin, welcher äusserlich und innerlich angewendet werden kann. Chronische Unterfunktion der Venen sowie Wasseransammlungen in den Beinen sind die Hauptsymptome, um Rosskastanie zu empfehlen. Aescin wirkt venentonisierend und verlangsamt den Abbau der Venenwände. Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung der Pflanze bei offenen Beinen und rheumatischen Beschwerden.

Anwendung

Akut

Bei Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, Wadenkrämpfen, Juckreiz und Beinschwellungen. Weiter bei Sportverletzungen und Hämorrhoiden.

Kur

Behandlung von Beschwerden bei Erkrankungen der Beinvenen (chronische Venenbeschwerden).

Tee

Rosskastaniensamen werden nicht zur Teezubereitung, sondern ausschliesslich in Form einer Tinktur oder Fertigpräparaten verwendet.

Tinktur

Die Tinktur wird innerlich in Form einer hochwertigen spagyrischen oder einer Frischpflanzen-Urtinktur verwendet. Eine korrekte Anwendung besteht aus 3 mal 2 Sprüher unter die Zunge, oder 3 mal 20 – 30 Tropfen mit etwas Wasser verdünnt.

Wirkung

Die Inhaltsstoffe wirken hemmend auf das Austreten von Flüssigkeit aus Gefässen im Rahmen einer Entzündung (antiexudativ), gegen Ansammlungen von Flüssigkeit im Gewebe (antiödematös), stärkend auf die Venenwände und Venengefässe (venentonisierend), entzündungshemmend (antiphlogistisch) und gegen Oxidationen (antioxidativ). Wirkstoffgruppe: Saponin-Glykoside

Hinweise

Als Nebenwirkung können bei innerlicher Anwendung in seltenen Fällen Magenschleimhautreizungen auftreten. Mit einer spagyrischen Behandlung kann diese Nebenwirkung jedoch umgangen werden. Eine alte Tradition empfiehlt, eine ungerade Anzahl Rosskastanienfrüchte in der Hosentasche mit sich zu tragen. Dies soll vor rheumatischen Beschwerden schützen.