Okt 11, 2017

Frauenmantel – Alchemilla xanthochlora

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Beim Anblick der Blattzähne des Frauenmantels in der Natur können gute Beobachter kleine Wassertropfen erkennen. Diese Feuchtigkeitsansammlung kann vom Regen oder von der Pflanze selber stammen. Das Wasser hält sich in den trichterförmigen Blättern über längere Zeit. Diese Besonderheit führte dazu, dass diese Pflanze zu Namensgebungen wie „Daufänger“ oder „Wasserträger“ kam. Auch der lateinische Name Alchemillae hat Bezug zu den oben erwähnten Eigenschaften. Für die Alchemisten im 16. Jahrhundert waren Tautropfen auf Pflanzenblättern wichtige Wirkstoffe. Der deutsche Name bezieht sich auf die mantelförmige Blattstruktur und die Anwendungen der Pflanze bei Beschwerden, welche mehrheitlich bei Frauen auftreten. In der Schweiz fühlt sich der Frauenmantel schon seit langer Zeit zuhause. Im Hausgarten wie auch in Wiesen ist er ein Indikator für gut gedüngten Boden. Bei den Germanen war der Frauenmantel Frigga geweiht, der Göttin der Natur und der Fruchtbarkeit. Die heilende Wirkung des Frauenmantels war diesen Generationen schon bekannt. Um nach der Geburt eines Kindes wieder zu Kräften zu kommen, wurden Frauenmantelauszüge verabreicht.

Anwendung

Akut

Bei Durchfall, zu starken und krampfhaften Monatsblutungen und allgemein bei Menstruationsbeschwerden.

Kur

Zur Vor- und Nachbereitung bei Geburten.

Tee

Teezubereitungen eignen sich für akute sowie chronische Anwendungen. 4 Teelöffel der fein zerschnittenen und getrockneten Pflanze mit warmem Wasser übergiessen und nach 10 Minuten absieben. 4-mal täglich eine Tasse davon trinken. Für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene anwendbar.

Tinktur

Die Frischpflanzentinktur sowie auch die spagyrische Urtinktur kann akut und chronisch angewendet werden. 3-mal täglich 30 Tropfen mit etwas Wasser verdünnen und einnehmen.

Wirkung

Zubereitungen mit Frauenmantelkraut wirken hautverdichtend (adstringierend) und lokal leicht blutstillend (hämostyptisch). Wirkstoffgruppe: Gerbstoffe

Hinweise

Bei Durchfällen, die länger als zwei Tage andauern oder mit Blutbeimengungen oder Temperaturerhöhungen auftreten, sollte ein Arzt konsultiert werden.