Okt 16, 2017

Bärlauch – Allium ursinum

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Die Gattung der Lauch- und Zwiebelgewächse (Liliaceae/Alliaceae) umfasst eine Vielzahl von Pflanzen. Eine davon ist der Bärlauch. Als mehrjährige Pflanze bewohnt er Laubwälder und blüht alle Jahre an den gleichen Stellen. Wissenschaftlich wird die Pflanze „Allium ursini“ genannt. Allium deutet auf die zu Beginn erwähnte Familienzugehörigkeit „Alliaceae“ hin. Mit „ursini“ treffen wir in der lateinischen Bezeichnung auf den Bären. Nach der langen Winterruhe kriechen die Bären aus ihrer Höhle und fressen nebst anderen Speisen häufig grössere Mengen Bärlauch. Während der Winterzeit sammeln sich im Körper Abbaustoffe an, die im Frühling möglichst schnell aus dem Körper transportiert werden müssen. Diese Powerausscheidung wird durch den Bärlauch möglich gemacht. Dieser Tier-Pflanze-Bezug hat zur Namensgebung beigetragen. Teezubereitungen eignen sich eher schlecht. Einerseits gehen beim Trocknen der Pflanze wichtige Inhaltsstoffe verloren und anderseits ist der Geruch der Blätter in Wasserauszügen eher störend. Frische Blätter (Vorsicht, Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose!) können ähnlich wie Schnittlauch, Zwiebeln oder Knoblauch als Gewürz verwendet werden.

Anwendung

Akut

Bei Magen- und Darmstörungen und als Bestandteil von Ausleitungstherapien. Die frischen Blätter können als Gewürz in der Küche gut verwendet werden. Mit Olivenöl lässt sich Bärlauch ideal konservieren. Püriert mit Pinienkernen entsteht ein vorzügliches Pesto.

Kur

Frühjahreskuren bei Herz- und Kreislaufproblemen, Arteriosklerose und hohem Blutdruck.

Tee

Kaum gebräuchlich.

Tinktur

Die Urtinktur kann innerlich angewendet werden. 2 mal 30 Tropfen täglich mit etwas Wasser verdünnen und einnehmen. Eine Kur sollte nicht länger als 3 Wochen dauern. Für Kinder eignet sich die Hälfte der Dosierung.

Wirkung

Volksmedizinisch: blutdrucksenkend (hypertonisch), blähungswidrig (karminativ) und blutreinigend. Wirkstoffgruppe: Ätherisches Öl

Hinweise

Übermässiger Gebrauch kann zu Magenreizungen führen. Bei wild gesammelten Blättern stets eine gründliche Geruchskontrolle vornehmen. So kann Verwechslungen vorgebeugt werden.