Okt 19, 2017

Angelikawurz – Angelica archangelica

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Angelikawurz bevorzugt feuchte und nährstoffreiche Standorte. Bei uns in der Schweiz trifft man sie eher selten an. Die Staude kann bis zu drei Meter hoch werden, strotzt vor Kraft und strahlt eine gewisse Überlegenheit und Faszination aus. Um das Gewicht der einzelnen Dolden tragen zu können, verankert ein kräftiger Stängel die Angelikawurz im Boden. Laut älteren Schriften soll ein Engel die Pflanze den Menschen als Arzneimittel empfohlen haben. Angelica kommt daher von „Angelus“, was Engel bedeutet, und weist auf diese Sage hin. Der charakteristische Geschmack der getrockneten Wurzel regt die Verdauungsorgane an und verbessert die Aufnahme von Mineralien. Nimmt man vor dem Essen bittere Stoffe zu sich, findet eine leichtere Verdauung statt. Schwere und fettige Mahlzeiten werden dadurch viel angenehmer und besser verarbeitet. Die Einnahme der getrockneten Wurzel als Tee, Tinktur oder auch als spagyrische Essenz stärkt die Verdauung und unterstützt die Arbeit im Magen- und Darmbereich.

Anwendung

Akut

Bei Appetitlosigkeit und Magenproblemen, bei Völlegefühl und Blähungen und als Sofortmassnahme bei Magenbrennen und Magenverstimmungen. Äusserlich bei Husten und Schnupfen.

Kur

Zur Unterstützung bei Darmentzündung, bei erhöhten Cholesterinwerten und als Aufbaumittel bei Magen- und Darmproblemen.

Tee

Für eine Teezubereitung wird die Wurzel verwendet. 2 Teelöffel der fein zerschnittenen Wurzel mit kaltem Wasser ansetzen und aufkochen oder mit heissem Wasser übergiessen. Nach 10 Minuten durch ein Teesieb geben und schluckweise trinken. Den Tee jeweils 30 Minuten vor den Mahlzeiten trinken. Für Kinder und Erwachsene anwendbar.

Tinktur

Täglich 30 Tropfen der Urtinktur können mit Wasser verdünnt und eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Die spagyrische Urtinktur kann direkt unter die Zunge gesprüht werden. Beide Tinkturen eignen sich für Kinder und Erwachsene.

Wirkung

Angelikawurz wirkt innerlich angewendet krampflösend (spasmolytisch), anregend auf die Produktion des Gallensafts (cholagog), harntreibend (diuretisch) und allgemein anregend auf die Magensaftsekretion. Das ätherische Öl kann als schleimlösender Wirkstoff in Bronchialcremen eingesetzt werden. Wirkstoffgruppe: Bitterstoffe (Amara Aromatica)

Hinweise

Tee und Tinktur können akut sowie chronisch angewendet werden. Längere Aufenthalte an der Sonne sollten nach der Einnahme dieser Heilpflanze vermieden werden. Bei einer Anwendung von mehr als vier Wochen sollten Fachpersonen (Arzt, Drogist oder Apotheker) informiert werden.