Im botanischen Kalender kündigt die Linde die heisse Jahreszeit an. Ihre Blütezeit findet dementsprechend im Juni und Juli statt. Die Gattung der Linden umfasst etwa 45 Arten. Bei uns gehören die meisten Bäume der Art der Sommerlinde an. Der deutsche wie auch der lateinische Name widerspiegelt frühere Bedeutungen und Verwendungszwecke. Linde bedeutet „mild“ oder „sanft“. Früher wurden daher linde Gerichtsurteile unter der Dorflinde entschieden und ausgesprochen. Bis ins 18. Jahrhundert existierte der Begriff „judicum sub tilia“ auf Urkunden. Er deutete auf Entscheidungen hin, die unter einem Lindenbaum beschlossen wurden. Der lateinische Name lautet „Tiliae cordata“ und hat eine Verwandtschaft mit dem griechischen Wort „tilos“ (Faser). Die Pfahlbauer fertigten mit Leinen und Lindenfasern ihre Kleider an. Wenn die Linde an einem geeigneten Standort steht, kann sie bis 1000 Jahre alt werden. Sie besitzt die Fähigkeit, sich von innen heraus zu erneuern. Sie kann im eigenen Stamm einen weiteren Stamm bilden, der ihr das Weiterleben ermöglicht. Trotz der mächtigen und eindrucksvollen Statur reagiert der Baum sehr sensibel auf seine Umwelt. Klimaschwankungen und Abgase verträgt er nur schlecht. Daher befinden sich Standorte für Linden vorzugsweise nicht an einer Hauptstrasse oder einer Autobahn

Anwendungen

Akut

In der Heilkunde hat die Lindenblüte schon seit langer Zeit einen hohen Stellenwert bei Erkältungskrankheiten mit schleimigem Husten, Reizhusten sowie als Einschlafhilfe für Kleinkinder.

Kur

Das Immunsystem wird gestärkt und chronische Verschleimungen lösen sich. Ihre schweisstreibende Wirkung ist bis heute noch nicht belegt, findet aber bei fieberhaften Erkrankungen gleichwohl statt.

Tee

Wasser aufkochen und 3 Minuten stehen lassen, damit die Temperatur etwas absinkt. Eine handvoll der Blüten mit Wasser ansetzen und 10 Minuten ziehen lassen. Mehrmals täglich 1 Tasse warm trinken. Lindenblütentee eignet sich sehr gut für Kinder. Bei Erkältungskrankheiten können täglich bis zu zwei Liter Lindenblütentee (Schwitzkur) getrunken werden.

Tinktur

Die Frischpflanzentinktur sowie die spagyrische Urtinktur können akut und als Kur angewendet und nebst den genannten Anwendungen auch zur Beruhigung bei Nervosität und als Einschlafhilfe für Kinder genutzt werden.

Wirkung

Lindenblüte wirkt schweisstreibend, harntreibend (diuretisch) und vermehrt die Bronchialsekretion (schleimlösend).

Wirkstoffgruppe: Ätherisch Öl

Hinweis

Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche andauern oder periodisch wiederkehren, wird eine Rücksprache mit einem Arzt, Apotheker oder Drogisten empfohlen.